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(Stand: RouterOS ab Version 2)
EoIP - Ethernet over IP - ist ein MikroTik eigenes Verfahren, welches es Ihnen erlaubt, über beliebige IP-Transportnetze auf einfachste Weise einen echten Layer 2 mit allen Funktionalitäten zu spannen. Im Gegensatz zu WDS ist EoIP nicht auf WLAN-Interfaces beschränkt und kann auch über beliebig viele Hops im Netzwerk geführt werden, solange eine IP-Trägerverbindung vorhanden ist.
EoIP basiert auf GRE und muss jeweils gegeneinander konfiguriert werden. Also einmal von A nach B und einmal andersherum von B nach A. Bei der Konfiguration werden EoIP-Interfaces angelegt. Diese logischen Interfaces verhalten sich genau wie physikalische Ethernet-Interfaces und können genau wie diese verwendet werden.
für System 1
/system identity set name=SYS-1
für System 2
/system identity set name=SYS-2
Zunächst lassen Sie sich die verfügbaren WLAN-Interfaces Ihres Systems anzeigen
/interface wireless print
Ergibt eine Ausgabe analog zu dieser
[admin@SYS-1] > interface wireless print
Flags: X - disabled, R - running
0 X name="wlan1" mtu=1500 mac-address=00:0C:42:23:28:62 arp=enabled
interface-type=Atheros AR5413 mode=station ssid="MikroTik"
frequency=5180 band=5ghz scan-list=default antenna-mode=ant-a
wds-mode=disabled wds-default-bridge=none wds-ignore-ssid=no
default-authentication=yes default-forwarding=yes default-ap-tx-limit=0
default-client-tx-limit=0 hide-ssid=no security-profile=default
compression=no
Nun kann das vorhandene und noch deaktivierte (Flag = X) WLAN-Interface mit der Nummer 0 oder über seinen Namen wlan1 konfiguriert werden. In diesem Beispiel werden nur die notwendigsten Parameter für den Einsatz in Deutschland konfiguriert 1).
/interface wireless set wlan1 mode=bridge band=5ghz frequency=5500 ssid=MeineSSID frequency-mode=regulatory-domain country=germany scan-list=5470-5720
Jetzt muss das WLAN-Interface nur noch aktiviert werden
/interface wireless set wlan1 disabled=no
Zunächst lassen Sie sich die verfügbaren WLAN-Interfaces Ihres Systems anzeigen
/interface wireless print
Ergibt eine Ausgabe analog zu dieser
[admin@SYS-2] > interface wireless print
Flags: X - disabled, R - running
0 X name="wlan1" mtu=1500 mac-address=00:0C:42:18:75:4D arp=enabled
interface-type=Atheros AR5413 mode=station ssid="LAB-AP2"
frequency=5180 band=5ghz scan-list=default antenna-mode=ant-a
wds-mode=disabled wds-default-bridge=none wds-ignore-ssid=no
default-authentication=yes default-forwarding=yes default-ap-tx-limit=0
default-client-tx-limit=0 hide-ssid=no security-profile=default
compression=no
Nun kann auch dieses Interface konfiguriert werden. Auch hier machen wir exemplarisch nur die notwendigsten Konfigurationen für den Einsatz in Deutschland, zunächst ohne DFS.
/interface wireless set wlan1 mode=station band=5ghz ssid=MeineSSID frequency-mode=regulatory-domain country=germany scan-list=5470-5720
Jetzt muss das WLAN-Interface nur noch aktiviert werden
/interface wireless set wlan1 disabled=no
Nun kann leicht überprüft werden, ob sich der WLAN-Client mit dem WLAN-AP assoziiert hat
/interface wireless monitor wlan1
ergibt eine Ausgabe analog zu dieser
[admin@SYS-2] > interface wireless monitor wlan1
status: connected-to-ess
band: 5ghz
frequency: 5500MHz
tx-rate: "6Mbps"
rx-rate: "6Mbps"
ssid: "MeineSSID"
bssid: 00:0C:42:23:28:62
radio-name: "000C42232862"
signal-strength: -54dBm
tx-signal-strength: -53dBm
noise-floor: -98dBm
signal-to-noise: 44dB
tx-ccq: 59%
rx-ccq: 58%
p-throughput: 5535
overall-tx-ccq: 59%
authenticated-clients: 1
current-ack-timeout: 28
wds-link: no
nstreme: no
Hier sehen Sie, dass der Client auf dem AP eingebucht ist status: connected-to-ess sowie alle wichtigen und notwendigen Parameter für die WLAN-Verbindung.
Zunächst lassen Sie sich die verfügbaren Bridge-Interfaces Ihres Systems anzeigen
/interface bridge print
Auf einem frischen System sollten Sie keine bestehenden Bridge-Interfaces sehen
[admin@SYS-1] > interface bridge print Flags: X - disabled, R - running
Somit können wir jetzt die notwendige Bridge anlegen
/interface bridge add name=bridge1
Und dann ein Ethernet-Interface (hier ether1) als Port der Bridge hinzufügen
/interface bridge port add bridge=bridge1 interface=ether1
Zum jetzigen Zeitpunkt wird die Bridge lediglich mit einem Ethernet-Port konfiguriert, damit im nächsten Step die IP-Adresse an die Bridge gebunden werden kann. Die Konfiguration der Bridge wird erst nach dem Anlagen des EoIP-Tunnel-Interfaces vervollständigt.
Zunächst lassen Sie sich die verfügbaren Bridge-Interfaces Ihres Systems anzeigen
/interface bridge print
Auch hier sollten Sie keine vorhandene Bridge sehen, sofern es sich um ein frisch installiertes System handelt.
[admin@SYS-1] > interface bridge print Flags: X - disabled, R - running
Somit können wir jetzt auch hier die notwendige Bridge anlegen
/interface bridge add name=bridge1
Und auch hier zunächst nur ein Ethernet-Interface (hier ether1) hinzufügen
/interface bridge port add bridge=bridge1 interface=ether1
Da bei dieser Konfiguration für den EoIP-Tunnel ein funktionierendes Layer 3 Transportnetz benötigt wird, muss nun als nächstes die IP-Konfiguration erledigt werden. Hierbei erhält das gerade angelegte Bridge-Interface die IP-Adresse, die später z. B. für den Zugriff auf das jeweilige System verwendet werden soll, an das WLAN-Interface wird ein IP-Subnetz gebunden, welches als Transfernetz zwischen den beiden Funk-Routern verwendet wird.
/ip address add address=192.168.1.1/24 interface=bridge1 /ip address add address=10.10.10.1/30 interface=wlan1
/ip address add address=192.168.1.2/24 interface=bridge1 /ip address add address=10.10.10.2/30 interface=wlan1
Mit dem Befehl
/ip address print
erhalten Sie immer eine Liste aller im System vergebenen IP-Adressen und an welches Interface diese gebunden sind.
[admin@SYS-1] > ip address print Flags: X - disabled, I - invalid, D - dynamic # ADDRESS NETWORK BROADCAST INTERFACE 0 192.168.1.1/24 192.168.1.0 192.168.1.255 bridge1 1 10.10.10.1/30 10.10.10.0 10.10.10.3 wlan1
Oder Sie verwenden den Ping-Befehl von System 1 zu System 2 (oder andersherum)
[admin@SYS-1] > ping 10.10.10.2 10.10.10.2 64 byte ping: ttl=64 time=8 ms 10.10.10.2 64 byte ping: ttl=64 time=9 ms 10.10.10.2 64 byte ping: ttl=64 time=9 ms 10.10.10.2 64 byte ping: ttl=64 time=9 ms 10.10.10.2 64 byte ping: ttl=64 time=9 ms 10.10.10.2 64 byte ping: ttl=64 time=10 ms 10.10.10.2 64 byte ping: ttl=64 time=10 ms 10.10.10.2 64 byte ping: ttl=64 time=9 ms 8 packets transmitted, 8 packets received, 0% packet loss round-trip min/avg/max = 8/9.1/10 ms
RouterOS führt in der Konsole immer einen Dauerping aus, diesen können Sie durch gleichzeitiges drücken der Tasten STRG und c jederzeit abbrechen.
Für die Arbeit mit EoIP-Tunneln müssen folgende Punkte berücksichtigt werden
Zunächst lassen Sie sich alle auf dem System vorhandenen EoIP-Interfaces anzeigen mit
/interface eoip print
Auf einem frisch installierten System sollten Sie keine derartigen Interfaces vorfinden und folgende Ausgabe bekommen
[admin@SYS-1] > interface eoip print Flags: X - disabled, R - running
Mit folgendem Befehl wird das EoIP-Interface angelegt und die notwendige Konfiguration gleich mitgegeben
/interface eoip add name=eoip1 mac-address=00:00:5E:80:00:00 tunnel-id=100 remote-address=10.10.10.2
Mit dem Befehl
/interface print
können Sie nun alle im System befindlichen Interfaces anzeigen lassen
[admin@SYS-1] > interface print Flags: D - dynamic, X - disabled, R - running, S - slave # NAME TYPE MTU L2MTU 0 R ether1 ether 1500 1600 1 ether2 ether 1500 1600 2 ether3 ether 1500 1600 3 R wlan1 wlan 1500 2290 4 R bridge1 bridge 1500 1600 5 R eoip1 eoip-tunnel 1500 65535
Bitte beachten Sie hier, dass ein EoIP-Interface immer den Status R für running zeigt, auch wenn noch keine entsprechende Gegenstelle konfiguriert ist.
Zunächst lassen Sie sich alle auf dem System vorhandenen EoIP-Interfaces anzeigen mit
/interface eoip print
Auf einem frisch installierten System sollten Sie keine derartigen Interfaces vorfinden und folgende Ausgabe bekommen
[admin@SYS-2] > interface eoip print Flags: X - disabled, R - running
Mit folgendem Befehl wird das EoIP-Interface angelegt und die notwendige Konfiguration gleich mitgegeben
/interface eoip add name=eoip1 mac-address=00:00:5E:80:00:01 tunnel-id=100 remote-address=10.10.10.1
Mit dem Befehl
/interface print
können Sie nun alle im System befindlichen Interfaces anzeigen lassen
[admin@SYS-2] > interface print Flags: D - dynamic, X - disabled, R - running, S - slave # NAME TYPE MTU L2MTU 0 R ether1 ether 1500 1600 1 ether2 ether 1500 1600 2 ether3 ether 1500 1600 3 R wlan1 wlan 1500 2290 4 R bridge1 bridge 1500 1600 5 R eoip1 eoip-tunnel 1500 65535
Hier muss lediglich noch das gerade angelegte EoIP-Interface mit in die Bridge konfiguriert werden
/interface bridge port add bridge=bridge1 interface=eoip1
Mit
/interface bridge port print
können Sie kontrollieren, welche physikalischen Interfaces Mitglied welcher Bridge sind
[admin@SYS-1] > interface bridge port print Flags: X - disabled, I - inactive, D - dynamic # INTERFACE BRIDGE PRIORITY PATH-COST HORIZON 0 ether1 bridge1 0x80 10 none 1 eoip1 bridge1 0x80 10 none
Bevor wir die Bridge-Konfiguration auf deiesem System fertigstellen, sollten Sie das Ethernet-Kabel aus System 2 entfernen, da Sie ansonsten einen Ethernet-Loop in Ihrem Netzwerk konfigurieren. Da der wireless Link ja schon vorhanden ist und das EoIP-Interface angelegt und konfiguriert ist, kann darüber ja auch per Winbox (Layer 2) auf das System 2 zugegriffen werden.
Hierfür ist allerdings Vorraussetzung, dass das Neighbor Discovery auf dem entsprechendem EoIP-Interface läuft. Dies prüfen Sie mit
/ip neighbor discovery print
Sollten Sie folgende Ausgabe bekommen
[admin@SYS-2] > ip neighbor discovery print # NAME DISCOVER 0 ether1 yes 1 ether2 yes 2 ether3 yes 3 wlan1 no 4 bridge1 yes 5 eoip1 no
Führen Sie noch folgenden Befehl aus, bevor Sie das Ethernetkabel trennen
/ip neighbor discovery set eoip1 discover=yes
Wenn Sie die Konfiguration per serieller Console machen stellt sich diese Frage eh nicht.
Nun kann auch auf diesem System das EoIP-Interface der Bridge hinzugefügt werden
/interface bridge port add bridge=bridge1 interface=eoip1
Mit
/interface bridge port print
können Sie auch hier die Konfiguration entsprechen kontrollieren
[admin@SYS-2] > interface bridge port print Flags: X - disabled, I - inactive, D - dynamic # INTERFACE BRIDGE PRIORITY PATH-COST HORIZON 0 ether1 bridge1 0x80 10 none 1 eoip1 bridge1 0x80 10 none
Mit dem Befehl
/interface bridge host print
können Sie sich auf beiden Systemen anzeigen lassen, welche Hosts das jeweilige System hinter welchem Interface sieht
[admin@SYS-1] > interface bridge host print
Flags: L - local, E - external-fdb
BRIDGE MAC-ADDRESS ON-INTERFACE AGE
bridge1 00:00:5E:00:01:0A ether1 0s
L bridge1 00:00:5E:80:00:00 eoip1 0s
bridge1 00:00:5E:80:00:01 eoip1 0s
bridge1 00:03:FF:33:2B:AF ether1 1m26s
L bridge1 00:0C:42:21:8C:D5 ether1 0s
System 1 sieht z. B. zwei Hosts im lokalen, kabelgebundenen Ethernet hinter ether1, die beiden mit L gekennzeichneten Einträge in der Liste sind die MAC-Adressen des eigenen Interfaces ether1 und eoip1.
[admin@SYS-2] > interface bridge host print
Flags: L - local, E - external-fdb
BRIDGE MAC-ADDRESS ON-INTERFACE AGE
bridge1 00:00:5E:00:01:0A eoip1 1s
L bridge1 00:00:5E:80:00:01 eoip1 0s
bridge1 00:03:FF:33:2B:AF eoip1 1m44s
L bridge1 00:0C:42:20:2B:6E ether1 0s
System 2 sieht die selben MAC-Adressen (00:00:5E:00:01:0A und 00:03:FF:33:2B:AF) wie auch System 1, korrekterweise allerdings hinter dem Interface eoip1, also hinter dem Layer 2 Tunnel, der zu System 1 geht.
Die Bridge funktioniert also und vom IP-Trägernetz, welches auf den WLAN-Interfaces konfiguriert ist, ist nichts zu sehen.
Die Konfiguration können Sie nun ganz einfach testen. Schließen Sie einfach z. B. einen PC hinter System 2 an. Wenn in Ihrem Netz hinter System 1 ein DHCP-Server steht, können Sie diesen Client sogar einfach auf DHCP stellen. Er sollte seine IP-Konfiguration bekommen. Wenn Sie keinen DHCP-Server im Einsatz haben, machen Sie die entsprechende IP-Konfiguration auf dem Client per Hand.
In beiden Fällen sollten Sie mit dem Client auf Systeme im Netzwerk hinter System 1 zugreifen können.
Hier können Sie für System 1 und System 2 aus diesem Beispiel die komplette Konfiguration als Datei im ASCII-Format herunterladen. Diese Konfigurations-Dateien können direkt auf einen Router gespielt werden. Hier finden Sie eine detaillierte Anleitung, wie Sie diese ASCII-Dateien auf ein RouterOS-System per serieller Verbindung aufspielen können.
* miniconfig_transbridge_eoip_system1.txt