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(Stand: RouterOS ab Version 3)
Wenn auf einer der beiden Seiten nur ein (oder wenige) Client(s) angeschlossen werden soll(en) - z. B. Ein PC in einer entfernten Lagerhalle, oder auch auf der einen Seite des Links nur das DSL-Modem und der DSL-Router (besser: PPPoE-Router) auf der anderen Seite, um z. B. von einem entfernten Standort einen DSL-Uplink zum eigenen Standort zu verlängern - kann diese Konfiguration sehr einfach realisiert werden.
Auf der einen Seite wird ein AP benötigt, auf der anderen Seite ein Client im Modus station pseudobridge. In diesem Modus macht die Station nichts anderes als ein MAC-NAT auf dem WLAN-Interface für alle Pakete, die aus dem lokalen Ethernet kommen.
Anmerkung: Diese Konfiguration funktioniert auch eingeschränkt mit mehreren Clients auf der Seite mit der WLAN-Konfiguration Modus = station pseudobridge (hier hinter System 2). Bitte beachten Sie aber die Einschränkung, dass dieser Trick systembedingt für nicht IP-Pakete, z. B. PPPoE nur für einen Node hinter System 2 funktioniert.
Wie funktioniert der Modus station-pseudobridge? Der Modus station-pseudobridge ist ein wireless Client-Interface, welches bridgebar ist. Damit dies funktioniert, wird ein MAC NAT durchgeführt, so dass es auf der gegenüberliegenden AP-Seite so aussieht, dass alle Pakete von dem wireless Client-Interface kommen, ganz gleich, wer der wirkliche Absender des Pakets ist. Der Standard erlaubt einem wireless Client nichts anderes.
Die Rückwärtsübersetzung der MAC Adresse erfolgt - wenn ein Paket vom AP zum wireless Client in diesem Modus geschickt wird - anhand der ARP-Tabelle des Clients. Nicht IP-Protokolle werden zur Default-MAC-Adresse gesendet. Dies ist immer die MAC-Adresse, von der der wireless Client sein letztes nicht IP-Paket erhalten hat. Das bedeutet, wenn hinter dem wireless Client in diesem Modus mehrere Clients sind, die nicht IP verwenden (z. B. bei PPPoE), wird keiner von diesen korrekt arbeiten können.
für System 1
/system identity set name=SYS-1
für System 2
/system identity set name=SYS-2
Zunächst lassen Sie sich die verfügbaren WLAN-Interfaces Ihres Systems anzeigen
/interface wireless print
Ergibt eine Ausgabe analog zu dieser
[admin@SYS-1] > interface wireless print
Flags: X - disabled, R - running
0 X name="wlan1" mtu=1500 mac-address=00:0C:42:23:28:62 arp=enabled
interface-type=Atheros AR5413 mode=station ssid="MikroTik"
frequency=5180 band=5ghz scan-list=default antenna-mode=ant-a
wds-mode=disabled wds-default-bridge=none wds-ignore-ssid=no
default-authentication=yes default-forwarding=yes default-ap-tx-limit=0
default-client-tx-limit=0 hide-ssid=no security-profile=default
compression=no
Nun kann das vorhandene und noch deaktivierte (Flag = X) WLAN-Interface mit der Nummer 0 oder über seinen Namen wlan1 konfiguriert werden. In diesem Beispiel werden nur die notwendigsten Parameter für den Einsatz in Deutschland konfiguriert 1).
/interface wireless set wlan1 mode=bridge band=5ghz frequency=5500 ssid=MeineSSID frequency-mode=regulatory-domain country=germany scan-list=5470-5720
Jetzt muss das WLAN-Interface nur noch aktiviert werden
/interface wireless set wlan1 disabled=no
Zunächst lassen Sie sich die verfügbaren WLAN-Interfaces Ihres Systems anzeigen
/interface wireless print
Ergibt eine Ausgabe analog zu dieser
[admin@SYS-2] > interface wireless print
Flags: X - disabled, R - running
0 X name="wlan1" mtu=1500 mac-address=00:0C:42:18:75:4D arp=enabled
interface-type=Atheros AR5413 mode=station ssid="LAB-AP2"
frequency=5180 band=5ghz scan-list=default antenna-mode=ant-a
wds-mode=disabled wds-default-bridge=none wds-ignore-ssid=no
default-authentication=yes default-forwarding=yes default-ap-tx-limit=0
default-client-tx-limit=0 hide-ssid=no security-profile=default
compression=no
Nun kann auch dieses Interface konfiguriert werden. Auch hier machen wir exemplarisch nur die notwendigsten Konfigurationen für den Einsatz in Deutschland, zunächst ohne DFS.
/interface wireless set wlan1 mode=station-pseudobridge band=5ghz ssid=MeineSSID frequency-mode=regulatory-domain country=germany scan-list=5470-5720
Jetzt muss das WLAN-Interface nur noch aktiviert werden
/interface wireless set wlan1 disabled=no
Nun kann leicht überprüft werden, ob sich der WLAN-Client mit dem WLAN-AP assoziiert hat
/interface wireless monitor wlan1
ergibt eine Ausgabe analog zu dieser
[admin@SYS-2] > interface wireless monitor wlan1
status: connected-to-ess
band: 5ghz
frequency: 5500MHz
tx-rate: "6Mbps"
rx-rate: "6Mbps"
ssid: "MeineSSID"
bssid: 00:0C:42:23:28:62
radio-name: "000C42232862"
signal-strength: -54dBm
tx-signal-strength: -53dBm
noise-floor: -98dBm
signal-to-noise: 44dB
tx-ccq: 59%
rx-ccq: 58%
p-throughput: 5535
overall-tx-ccq: 59%
authenticated-clients: 1
current-ack-timeout: 28
wds-link: no
nstreme: no
Hier sehen Sie, dass der Client auf dem AP eingebucht ist status: connected-to-ess sowie alle wichtigen und notwendigen Parameter für die WLAN-Verbindung.
Zunächst lassen Sie sich die verfügbaren Bridge-Interfaces Ihres Systems anzeigen
/interface bridge print
Auf einem frischen System sollten Sie keine bestehenden Bridge-Interfaces sehen
[admin@SYS-1] > interface bridge print Flags: X - disabled, R - running
Somit können wir jetzt die notwendige Bridge anlegen
/interface bridge add name=bridge1
Und dann ein Ethernet-Interface (hier ether1) und das oben konfigurierte WLAN-Interface (hier wlan1) als Ports der Bridge hinzufügen
/interface bridge port add bridge=bridge1 interface=ether1 /interface bridge port add bridge=bridge1 interface=wlan1
Ob die Bridge funktioniert überprüfen Sie mit
/interface bridge host print
Sie erhalten eine Ausgabe analog zu dieser
[admin@SYS-1] > interface bridge host print
Flags: L - local, E - external-fdb
BRIDGE MAC-ADDRESS ON-INTERFACE AGE
bridge1 00:00:5E:00:01:0A ether1 1s
bridge1 00:03:FF:36:2B:AF ether1 14s
E bridge1 00:0C:42:18:75:4D wlan1 0s
L bridge1 00:0C:42:21:8C:D5 ether1 0s
L bridge1 00:0C:42:23:28:62 wlan1 0s
Wobei die ersten beiden Einträge ohne Flag Hosts sind, die das System 1 lokal an seinem Interface ether1 sieht. Der dritte Eintrag mit dem Flag E ist die MAC-Adresse des WLAN-Interfaces in System 2, diese sieht er hinter seinem wlan1 Interface. Die Einträge 4 und 5 sind die beiden lokalen Interfaces (ether1 und wlan1) von System 1.
Bevor wir diese konfigurieren, sollten Sie das Ethernet-Kabel aus System 2 entfernen, da Sie ansonsten einen Ethernet-Loop in Ihrem Netzwerk konfigurieren. Da das wireless Client Interface ja auf dem AP eingebucht ist und dieser schon zwischen Ethernet und WLAN bridget, ist es ja auch kein Problem über den wireless Link per Winbox (Layer 2) auf das System 2 zuzugreifen.
Hierfür ist allerdings Vorraussetzung, dass das Neighbor Discovery auf dem entsprechendem WLAN-Interface läuft. Dies prüfen Sie mit
/ip neighbor discovery print
Sollten Sie folgende Ausgabe bekommen
[admin@SYS-2] > ip neighbor discovery print # NAME DISCOVER 0 ether1 yes 1 ether2 yes 2 ether3 yes 3 wlan1 no
Führen Sie noch folgenden Befehl aus, bevor Sie das Ethernetkabel trennen
/ip neighbor discovery set wlan1 discover=yes
Wenn Sie die Konfiguration per serieller Console machen stellt sich diese Frage eh nicht.
Zunächst lassen Sie sich die verfügbaren Bridge-Interfaces Ihres Systems anzeigen
/interface bridge print
Auch hier sollten Sie keine vorhandene Bridge sehen, sofern es sich um ein frisch installiertes System handelt.
[admin@SYS-1] > interface bridge print Flags: X - disabled, R - running
Somit können wir jetzt auch hier die notwendige Bridge anlegen
/interface bridge add name=bridge1
Und auch hier die notwendigen Interfaces hinzufügen
/interface bridge port add bridge=bridge1 interface=ether1 /interface bridge port add bridge=bridge1 interface=wlan1
Nun können Sie auch hier überprüfen, ob die Bridge funktioniert
/interface bridge host print
[admin@SYS-2] > interface bridge host print
Flags: L - local, E - external-fdb
BRIDGE MAC-ADDRESS ON-INTERFACE AGE
bridge1 00:00:5E:00:01:0A wlan1 1s
bridge1 00:03:FF:33:2B:AF wlan1 4m48s
L bridge1 00:0C:42:18:75:4D wlan1 0s
bridge1 00:0C:42:21:8C:D5 wlan1 39s
Das System 2 sieht nun hinter seinem Interface wlan1 MAC-Adressen, die hinter dem wireless Link und hinter dem System 1 im kabelgebundenen Ethernet sind. Die Bridge funktioniert also.
Auch wenn eine reine Bridge zum Betrieb keine IP-Adressen benötigt, ist es eventuell sinnvoll den Systemen jeweile eine IP-Adresse für das Management zu geben. Hierbei ist zu beachten, dass die IP-Adressen an die jeweilige Bridge (logisches Interface) gebunden wird, nicht an ein physikalisches Interface (ether1 oder wlan1). Dies funktioniert zwar, kann aber unter Umständen zu Fehlern führen.
/ip address add address=192.168.1.1/24 interface=bridge1
/ip address add address=192.168.1.2/24 interface=bridge1
Mit dem Befehl
/ip address print
erhalten Sie immer eine Liste aller im System vergebenen IP-Adressen und an welches Interface diese gebunden sind.
[admin@SYS-1] > ip address print Flags: X - disabled, I - invalid, D - dynamic # ADDRESS NETWORK BROADCAST INTERFACE 0 192.168.1.1/24 192.168.1.0 192.168.1.255 bridge1
Oder Sie verwenden den Ping-Befehl von Ihrem Computer oder von einem der beiden Systeme
[admin@SYS-2] > ping 192.168.1.1 192.168.1.1 64 byte ping: ttl=64 time=6 ms 192.168.1.1 64 byte ping: ttl=64 time=9 ms 192.168.1.1 64 byte ping: ttl=64 time=9 ms 192.168.1.1 64 byte ping: ttl=64 time=10 ms 192.168.1.1 64 byte ping: ttl=64 time=9 ms 192.168.1.1 64 byte ping: ttl=64 time=9 ms 192.168.1.1 64 byte ping: ttl=64 time=9 ms 192.168.1.1 64 byte ping: ttl=64 time=9 ms 8 packets transmitted, 8 packets received, 0% packet loss round-trip min/avg/max = 6/8.7/10 ms
RouterOS führt in der Konsole immer einen Dauerping aus, diesen können Sie durch gleichzeitiges drücken der Tasten STRG und c jederzeit abbrechen.
Die Konfiguration können Sie nun ganz einfach testen. Schließen Sie einfach z. B. einen PC hinter System 2 an. Wenn in Ihrem Netz hinter System 1 ein DHCP-Server steht, können Sie diesen Client sogar einfach auf DHCP stellen. Er sollte seine IP-Konfiguration bekommen. Wenn Sie keinen DHCP-Server im Einsatz haben, machen Sie die entsprechende IP-Konfiguration auf dem Client per Hand.
In beiden Fällen sollten Sie mit dem Client auf Systeme im Netzwerk hinter System 1 zugreifen können.
Wir verweisen nochmals ausdrücklich auf die Einschränkungen dieser Konfiguration ganz oben in dem Artikel unter Anmerkungen.
Hier können Sie für System 1 und System 2 aus diesem Beispiel die komplette Konfiguration als Datei im ASCII-Format herunterladen. Diese Konfigurations-Dateien können direkt auf einen Router gespielt werden. Hier finden Sie eine detaillierte Anleitung, wie Sie diese ASCII-Dateien auf ein RouterOS-System per serieller Verbindung aufspielen können.
* miniconfig_transbridge_station-pseudobridge_system1.txt