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Es gibt viele Gründe, warum ein System automatisiert konfiguriert werden soll. Sei es um viele Geräte schnell zu konfigurieren, eine neue Konfiguration auszuprobieren oder oder oder.
ASCII-Dateien eignen sich hervorragend hierfür, sind diese doch im Klartext les- und editierbar. D. h. Sie können sich solche Konfigurationsdateien auch ganz einfach selbst erstellen, in dem Sie einfach die Befehle dort hineinschreiben, die Sie ansonsten in der Konsole direkt auf dem Router-System ausführen würden.
So finden Sie z. B. in unserem Wiki am Ende vieler technischer Artikel eine oder mehrere Datei(en) Namens miniconfig_beschreibung.txt. In diesen ASCII-Dateien finden Sie immer die komplette Konfiguration zu dem jeweiligen Artikel in der richtigen Reihenfolge, die Sie sofort auf ein RouterOS-System aufspielen können.
Folgende Datei setzt z. B. den System-Namen (system identity) und eine IP-Adresse (ip address) auf Interface ether3 eines RouterOS-System
# Beispieldatei für die Konfiguration # eines RouterOS-Systems per ASCII-Datei # Stand: 17.11.2009, (c) meconet # # Text hinter dem '#' sind Kommentare # und werden vom Router nicht ausgeführt # # Setzen des System-Namens /system identity set name=MeinRouter # # Setzen der IP-Adresse /ip address add address=192.168.1.1/24 interface=ether3 #
Sie können diese Zeilen herauskopieren und in einem beliebig Text-Editor (z. B. Notepad unter Windows) als einfache Text-Datei speichern.
Die erzeugte Text-Datei können Sie nun mit einem guten Terminal-Programm auf das System hochladen. Für den Einsatz unter Windows empfehlen wir das Programm Tera Term, ein wirklich gutes Terminal-Programm mit jeder Menge Features.
Wir empfehlen folgendes Vorgehen, wenn ein System per Konfigurations-Datei bespielt werden soll:
Starten Sie Ihr Terminalprogramm und wählen den Port aus, an dem das serielle Kabel (Null-Modem-Kabel für alle RouterBOARDs von MikroTik) an Ihrem PC angeschlossen ist.
Nehmen Sie nun die folgenden Einstellungen unter Setup → Serial port… für die serielle Verbindung vor (115200, 8N1)
Schließen Sie das serielle Kabel am zu konfigurierenden System an und starten dieses. Wenn alle Einstellungen stimmen, sehen Sie nun bei einem RouterBOARD z. B. die Ausgaben des Bootloaders (RouterBOOT) in dem aktiven Terminal.
Danach erscheint das Login der lokalen Konsole des Systems im Terminal
Hier geben Sie nun Ihren aktuellen Benutzernamen und Ihr Passwort ein (Default: Admin und kein Passwort). Nach dem Login befinden Sie sich direkt in der lokalen Konsole des Systems.
Geben Sie folgenden Befehl in der Konsole des Systems ein
/system reset-configuration no-defaults=yes skip-backup=yes keep-users=no
und bestätigen diesen mit Enter. Dieser Befehl löscht die gesamte Konfiguration des Systems. Das System weist Sie nun darauf hin, dass dieser Befehl gefährlich ist (in der Tat, wenn das System irgendwo hunderte von Kilometern entfernt steht und z. B. nur über einen WLAN-Link von einem anderen System aus zu erreichen ist - diese Konfiguration wäre nämlich jetzt komplett weg), und fragt nach, ob Sie das wirklich wollen. geben Sie einfach ein y für yes als Bestätigung in der Konsole ein.
Das System löscht nun die gesamte vorhandene Konfiguration und führt einen Neustart durch, so dass Sie sich nach wenigen Sekunden neu anmelden müsssen. Jetzt auf jeden Fall wieder mit dem Benutzernamen admin und keinem Passwort, also in diesem Feld einfach Enter drücken. Danach sind Sie wieder mit allen Rechten angemeldet.
Nun können Sie Ihre gewünschte Konfigurations-Datei über die serielle Verbindung hochladen. Als Beispiel haben wir die oben aufgeführte kleine Datei unter test.txt auf dem PC gespeichert, der die serielle Verbindung zu dem zu konfigurierenden RouterBOARD hat.
Wählen Sie nun unter File → Send file aus.
Es öffnet sich ein Auswahlfenster, in dem Sie Ihre gewünschte Datei auswählen können. Navigieren Sie nun in das Verzeichnis, in dem Ihre Konfigurations-Datei liegt und wählen diese aus.
und drücken dann auf Öffnen
Das Fenster schließt sich automatisch und der Inhalt der Datei wird sofort 1:1 an die lokale Konsole des Routers geschickt.
wie Sie in Zeile 9 sehen können, werden derart übergebenen Kommandos direkt ausgeführt, In Zeile 8 wird der neue System-Name gesetzt, in Zeile 9 wird dieser bereits verwendet admin@MeinRouter. Wenn Sie sich ganz sicher sind, dass Ihre Konfigurations-Datei keine Fehler enthält, können Sie alles so lassen. Nur wenn in der Datei ein Fehler steckt z. B. Sie wollen ein Interface konfigurieren, welches noch gar nicht angelegt ist, würde jetzt eine Fehlermeldung vom System ausgegeben, die Sie unter Umständen - wenn die Datei z. B. deutlich länger ist - nicht mehr sehen.
Dieses Problem kann man mit folgenden Einstellungen unter Setup → Serial port… umgehen.
Diese Einstellungen bewirken, dass nach jedem Zeichen eine Verzögerung von 100 Millisekunden und nach jeder Zeile eine Verzögerung von 500 Millisekunden eingefügt werden. Dies verlängert zwar die Zeit die Sie benötigen die Datei hochzuladen, hilft aber immens bei der Fehlersuche in Konfigurations-Dateien. Selbstverständlich können Sie hier auch andere Verzögerungswerte einstellen.
Versuchen Sie es einfach nochmal mit diesen Einstellungen und beobachten Sie die Unterschiede zum ersten Durchgang.